Silves

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Alte Hauptstadt der Algarve

Schon von weitem ist Silves auf dem Hügel zu erkennen – die Kathedrale und die Burg überragen die Stadt. Die ersten Besiedlungen dieses Gebietes fanden bereits im 4. Jahrhundert vor Christus statt, dann kamen die Römer, von denen man jedoch kaum noch Spuren findet. Erst unter den Arabern erlebte Silves seine Blütezeit – vier Jahrhunderte war es als „Xelb“ die Hauptstadt von „al gharb“. Mit den maurischen Herrschern kamen die Mandelbäume, für die die Gegend noch heute berühmt ist. Zwischen 1189 und 1242 wurde die blühende Stadt zum Spielball zwischen den Mauren und den Kreuzrittern, was in einer vollständigen Zerstörung der Stadt gipfelte. Im 16. Jh. lebten hier noch kaum mehr als 150 Einwohner und nach dem großen Erdbeben 1755 standen in Silves kaum noch 10 Häuser.

Heute ist Silves ein gemütliches Städtchen mit bewachsenen Plätzen, kleinen Geschäften und Restaurants. Es ist in jedem Fall einen Stadtbummel wert. Die meisten Besucher der Stadt kommen noch immer wegen ihrer historischen Vergangenheit. Die zwei auffälligsten Gebäude der Stadt, das Kastell aus rotem Sandstein und die rotweiße Kathedrale daneben, erinnern daran, dass diese Stadt im frühen Mittelalter der am stärksten befestigte und meist umkämpfteste Ort der Algarve war. Silves war damals eine der reichsten Städte Europas – eine schöne, blühende Stadt mit glänzenden Minaretten und mit von Waren überfließenden Bazaren.

Das Kastell ist kann besichtigt werden, aber seine schreckliche Vergangenheit wird heute von blühenden Oleanderbüschen überdeckt und es finden regelmäßig – oft musische – Veranstaltungen im Kastell statt. Die Zisterne, die den Wasserverbrauch eines ganzen Jahres enthielt, ist für immer geschlossen. Von der Baukunst der Mauren ist, außer ein paar Mauerresten, nur der 65 m tiefe, ursprünglich römische Brunnen des Kastells zu sehen. Ein weiterer maurischer Brunnen ist der Mittelpunkt eines kleinen, modernen Museums in einer Seitenstraße nicht weit vom Kastell. Das 3 m hohe, aus weißem Kalkstein gebaute Cruz de Portugal am östlichen Ortsausgang stammt aus dem 16. Jh. und wurde 1910 zum Nationaldenkmal erklärt. Weiterhin kann man den Besuch der hundertjährigen Wassermühle empfehlen. Die schweren Mühlsteine der Sítio dos Barreiros mahlen immer noch Getreidekörner. Die im unteren Stadtteil Capela de Nossa Senhora dos Mártires soll erbaut wurden sein, um die beim Kampf gegen die Mauren gefallenen Kreuzritter zu bestatten. Vom ursprünglichen Bau stammt nur noch das manuelinische Portal – alles andere wurde erst nach dem verherrenden Erdbeben wieder aufgebaut.

Tipps:

Im „Café Inglês“ (Englisches Cafe) gibt es in den wärmeren Monaten jeden Sonntag Live-Musik auf der Terrasse (in der Hochsaison lohnt es sich vorab zu reservieren). Es gibt auch eine zauberhafte Dachterrasse. Bei vorwiegenden Jazz-Klängen können Sie hier sehr leckeren Gaumenfreuden frönen, den Blick über die maurische Architektur schweifen lassen und die warme Luft in der ehemaligen Hafenstadt genießen. Ein Fest für die Sinne!

Jedes Jahr findet Mitte Juli ein Bierfest mit Konzerten statt. Samstags findet rund um die Markthalle der Bauernmarkt statt.

Im August ist Silves der Schauplatz eines wunderschönen Mittelalterspektakels (Feire Medial des Silves). Impressionen aus dem Jahr 2016 finden Sie hier. Dieses Fest dauert über eine Woche an und wird wirklich einzigartig gefeiert: Bereits an den Stadtmauern können Sie sich in die richtige Stimmung begeben und für einen kleinen Obolus Ihre Kleidung gegen die des standesgemäßen Gewandes jener Zeitepoche eintauschen. Die maurische Geschichte des Ortes wird Sie schnell gefangen nehmen und bezaubern, denn so fühlt es sich an jeder Ecke tatsächlich so an, als ob Sie eine kleine Zeitreise machen. Sie zahlen auch mit Talern aus Ton (welche die gleiche Wertigkeit haben wie der Euro und so jederzeit wieder zurückgetauscht werden können), die Musik im Hintergrund, die Ritterspiele – ein Fest für Groß und Klein!

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