Monchique

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Wer mal etwas anderes sehen möchte, als „nur“ Sand & Meer, der kommt am besten nach Monchique. Im Gebirge Serra de Monchique gelegen, welches die Algarve von der benachbarten Alentejo-Region trennt, wird diese üppig bewachsene Landschaft mit sanften Hügeln, dichten Wäldern und fließenden Bächen der „Garten der Algarve” genannt. Hier gedeihen Bananen neben Orangen und Walnüssen und es ist ganzjährig grün.

Dieses wunderschöne Hinterland wurde viele Jahre lang übersehen, da sich die Aufmerksamkeit auf den Glanz und Glamour der Urlaubsorte an der Küste konzentrierte. Die Landschaft ist wahrlich atemberaubend. Auf friedlichen Wegen können Sie durch kleine Dörfer, vorbei an Korkeichen, Kastanienbäumen und Pinien hoch zu den Granitfelsen der höheren Regionen wandern.

Der Lebensrhythmus in der Kleinstadt Monchique ist ein ganz anderer als der in den lebhaften Urlaubsorten an der Küste. Hier ist die Heimat von Kunsthandwerkern, die jahrhundertealte Traditionen aufrechterhalten, sowie von Landarbeitern, die sich um ihre terrassenförmig angelegten Gemüsebeete oder ihre Zitrushaine kümmern, während ihr Vieh friedlich auf den Weiden grast. Ihre Erzeugnisse finden sich in der köstlichen regionalen Küche wieder. Die Griebenwurst und der Räucherschinken, der einzigartige Honig, der aus den duftenden Wildblumen der Region stammt, und der starke Likör Medronho, der aus den Früchten des Erdbeerbaums hergestellt wird, leisten alle ihren Beitrag zu der berühmten Gastronomie der Gegend.

Wenn man umherschlendert fällt auf, dass Monchique, obwohl der Algarve zugehörig, kein typisches Städtchen der Region zu sein scheint. Es ist ein bezaubernder, am Hang gelegener Ort mit steilen Kopfsteinpflasterstraßen und weiß getünchten Häusern. Ein perfekter Ausgangspunkt, um die Quellen zu besichtigen und die Berge zu entdecken. Der lebhafte monatliche Markt ist ideal, um die regionale Küche zu genießen und um hier hergestellte Klappstühle, Korbflecht-, Töpfer- und Strickwaren zu erwerben. Die Feira dos Enchidos Tradicionais (Traditionelle Wurstmesse) im März und die Feira do Presunto (Räucherschinkenmesse), die üblicherweise im Juli stattfindet, sind viel besuchte jährliche Veranstaltungen, bei denen alle Erzeugnisse aus Monchique präsentiert werden.

Bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten der Stadt sind beispielsweise die Igreja Matriz mit ihrem manuelinischen Portal: Die Pfeiler erinnern an Schiffstaue, die in fünf Knoten über dem Eingang enden. Oder das wunderschöne Franziskanerinnenkloster Convento de Nossa Senhora do Desterro (Kloster der Jungfrau der Verbannung). Es wurde im 17. Jahrhundert auf Anordnung von Pêro da Silva erbaut, einem Vizekönig von Indien. Sein prächtiger Magnolienbaum, den er angeblich aus Indien mitbrachte, gilt als der größte in Europa. Vielbesucht ist auch das im oberen Teil der Stadt gelegene Café Central. Unzählige Reisende haben sich hier auf Zetteln an der Wand für gutes Essen und die Gastfreundschaft bedankt.

Etwa 6 km südlich von Monchique liegt das malerische kleine Dorf Caldas de Monchique, ein Heilbad, in dem sich die einzigen natürlichen Quellen in der Algarve befinden. Das 32°C heiße Quellwasser zieht schon seit römischen Zeiten Besucher an, um die heilenden Eigenschaften des Wassers zu nutzen. Heute wird ein Besuch der Quellen aufgrund ihrer therapeutischen Wirkung bei Atemwegs-, Muskel- und Rheumaerkrankungen empfohlen. Caldas ist ein bezaubernder Rückzugsort mit eleganten Häusern aus dem 19. Jahrhundert, die an einen schattigen zentralen Platz und einen wunderschönen bewaldeten Park angrenzen, der voll von Akazien, Kamelien und hundertjährigen Bäumen ist. Der stetige Klang des plätschernden Wassers, das durch Bäche, unter Fußgängerbrücken hindurch und in Brunnen fließt, erschafft, zusammen mit dem Licht, das vom Laub reflektiert wird, eine unglaubliche Atmosphäre der Ruhe und Entspannung.

Direkt vor Caldas de Monchique in Vale de Boi gelegen ist, findet man Parque da Mina (Mina-Park), ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes Bauernhaus. Das Innere des Hauses, das einst das Anwesen einer wohlhabenden einheimischen Familie war, ist im Stil der damaligen Zeit gestaltet. Hier kann man den Nachbau einer typischen Medronho-Brennerei sehen, eine alte Mine besichtigen und sich an über einhundert verschiedenen Hoftieren erfreuen, wie z.B. an Ponys, Miniziegen, vietnamesischen Schweinen, Schafen und verschiedenen Vogelarten. Ein prima Ausflug für die ganze Familie.

Bei einer Wanderung hoch zum Fóia, dem mit 902 Metern höchsten Gipfel in der Algarve, können Sie an klaren Tagen die Südküste sehen, die sich von Faro bis zum Kap St. Vincent erstreckt. In nördlicher Richtung kann man sogar bis zum Arrábida-Gebirge schauen, das ca. 40 km südlich von Lissabon gelegen ist.

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